Profilbauglas hat einen eigenen Charakter: Die Fläche wirkt gerastet und ruhig, das Licht fällt diffus in den Raum, und von aussen sieht man nicht hinein. An Wohnbauten, Sporthallen und Industriebauten ist es seit Jahrzehnten im Einsatz, und auch in der aktuellen Architektur wird es wieder häufiger gewählt. Dieser Beitrag erklärt, warum.
Das Wichtigste in Kürze
- Profilbauglas besteht aus U-förmigen Glasprofilen, die sich selbst tragen. Es braucht deshalb deutlich weniger Unterkonstruktion als eine Pfosten-Riegel-Fassade.
- Das Glas lässt Tageslicht tief in den Raum, verhindert aber die direkte Durchsicht. Das passt gut zu Treppenhäusern, Büros und Werkstätten.
- Werden zwei Profilreihen mit Luftspalt verlegt (Kastenverglasung), verbessern sich Wärme- und Schallschutz deutlich.
Wie Profilbauglas funktioniert
Profilbauglas besteht aus U-förmig gewalzten Glasprofilen, oft auch Profilit®, U-Glas oder kanalartiges Strukturglas genannt. Die Profile werden stumpf gestossen, überlappend oder zweischalig verlegt und bilden eine selbsttragende Glasfläche. Weil die Profile selbst die Stabilität bringen, braucht es deutlich weniger Unterkonstruktion als bei einer klassischen Pfosten-Riegel-Fassade.
Verlegt man zwei Profilreihen mit Luftspalt gegeneinander (Kastenverglasung), verbessern sich Wärme- und Schallschutz deutlich: Bei Pilkington Profilit sinkt der Ug-Wert von 5,7 auf 2,8 W/m²K, die Schalldämmung erreicht bis 41 dB. Die Profile lassen sich je nach Gebäudeproportion horizontal oder vertikal anordnen.
Die Stärken im Überblick
- Licht ohne Einblick: Das Profil lenkt Tageslicht tief in den Raum, verhindert aber direkte Durchsicht. Das passt zu Treppenhäusern, Büros und Werkstätten.
- Grossflächigkeit ohne Sprossen: Weite Glasflächen ohne Metallsprossen, mit ruhiger, klar gerasteter Optik.
- Selbsttragend und wirtschaftlich: Weniger Unterkonstruktion heisst schnellerer Einbau und geringere Kosten pro Fläche.
- Robust und wartungsarm: Bewährt an Industriebauten, Sporthallen und Parkhäusern; das Glas ist unempfindlich gegen Witterung.
- Gestalterische Vielfalt: Strukturiert, klar oder gewellt, mit Drahteinlage oder farbig, auch in Rundungen einsetzbar.
Typische Einsatzbereiche
In der Praxis setzen wir Profilbauglas dort ein, wo grosse Flächen hell sein sollen, ohne dass man hineinsieht. Die typischen Anwendungen:
- Fassaden von Wohn-, Gewerbe- und Industriebauten
- Treppenhausverglasungen und Lichtblicke
- Sporthallen, Parkhäuser, Appartementhäuser, Museen
- Trennwände im Innenausbau, etwa in Korridoren, Werkstätten und Sanitärbereichen
- Eingangsbereiche und Übergänge
Worauf bei der Planung zu achten ist
Profilbauglas lebt von sauberen Details: Die Anschlüsse an Boden, Wand und Dach müssen wetterdicht sein, die Profilrichtung sollte zur Gebäudegeometrie passen, und grosse Flächen brauchen Bewegungsfugen. Deshalb planen wir jede Anwendung einzeln, vom Aufmass bis zur Werkstattzeichnung. Wir arbeiten mit den Systemen Pilkington Profilit™ und Lamberts Linit.