Wenn von energiesparendem Bauen die Rede ist, denkt man zuerst an Wärmedämmung. Profilbauglas, fachlich U-Glas genannt, ist da kein Wundermittel: Als Glassystem mit Metallunterkonstruktion ersetzt es keine hochgedämmte Aussenwand. Es spart aber auf andere Weise Energie, über Tageslicht, die richtige Platzierung und eine lange Lebensdauer. Hier steht, wo Profilbauglas punktet und wo seine Grenzen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Profilbauglas ersetzt keine hochgedämmte Aussenwand und ist für beheizte Wohnräume nicht die erste Wahl.
- Energie spart es vor allem über Tageslicht: In Hallen, Werkstätten und Treppenhäusern braucht es tagsüber weniger Kunstlicht.
- Zweischalig verlegt erreicht Profilbauglas spürbar bessere Wärmewerte als einschalig. Die genauen Werte hängen vom System ab.
Was Profilbauglas energetisch leistet und was nicht
Einschalig hat Profilbauglas einen Ug-Wert von 5,7 W/m²K, zweischalig 2,8 W/m²K und mit Wärmeschutzbeschichtung 1,8 W/m²K (Werte für Pilkington Profilit). Eine moderne Dreifach-Wärmeschutzverglasung dämmt deutlich besser. Für ein beheiztes Wohnzimmer, in dem es im Winter warm bleiben soll, ist Profilbauglas deshalb nicht die erste Wahl.
Die eigentliche Stärke von Profilbauglas liegt woanders: Es lässt viel Licht in das Gebäude ein, ist robust, selbsttragend und braucht kaum Unterhalt. Genau diese Eigenschaften machen es interessant für Flächen, die viel Licht, aber keine warme Stube sein müssen.
Wo Profilbauglas wirklich Energie spart
Energie spart U-Glas vor allem auf einem Weg: Es ersetzt Kunstlicht durch Tageslicht. In Hallen, Werkstätten, Treppenhäusern, Parkhäusern oder Sporthallen brennt oft auch tagsüber Licht, und jede Tageslichtfläche reduziert genau diesen Bedarf. Diffuses, gleichmässiges Licht ohne grelle Sonneneinstrahlung und ohne blendende Reflexe ist dabei ein Vorteil gegenüber klarem Glas.
Zweitens spart die richtige Raumaufteilung Energie: Wer beheizte Kernzonen kompakt hält und unbeheizte oder nur temperierte Zonen wie Übergänge, Wandelhallen, Lager oder Umkleiden mit Profilbauglas umgibt, heizt keine Flächen, auf denen sich kaum jemand aufhält. Licht kommt trotzdem dorthin, wo Menschen sich bewegen.
- Tageslicht statt Kunstlicht: weniger Strombedarf in Hallen, Treppenhäusern und Gemeinschaftsräumen.
- Gleichmässiges, diffuses Licht: wenig Blendung, oft keine zusätzlichen Sonnenschutz- oder Verdunklungsmassnahmen nötig.
- Kompakte beheizte Kerne: Profilbauglas umschliesst unbeheizte Zonen, in denen trotzdem günstiges Licht herrscht.
- Langlebigkeit: Glasflächen, die Jahrzehnte dicht und schön bleiben, sparen Energie und Ressourcen, die beim Austausch verbraucht würden.
Zweischalige Verlegung und gestalterische Extras
Profilbauglas lässt sich ein- oder zweischalig verlegen. Die zweischalige Ausführung mit zwei hintereinanderstehenden Profilreihen und Luftzwischenraum halbiert etwa den Wärmeverlust: Bei Pilkington Profilit sinkt der Ug-Wert von 5,7 auf 2,8 W/m²K, mit Wärmeschutzbeschichtung auf 1,8 W/m²K. Sie wird deshalb dort eingesetzt, wo etwas mehr Komfort gefragt ist. Die Werte für Ihr Projekt ermitteln wir je nach System und Ausführung.
Auch die Ausrichtung spielt mit: Grosse Glasflächen nach Norden oder Osten liefern gleichmässiges, blendarmes Licht. Nach Süden oder Westen lässt sich die Sonneneinstrahlung mit Struktur, Bedruckung oder schattierenden Elementen dämpfen. Das klären wir in der Planung, denn hier entscheidet das Gebäude, nicht der Katalog.
Richtig platziert statt überall eingesetzt
Die besten Ergebnisse entstehen, wenn jedes Bauteil die Aufgabe bekommt, für die es gebaut wurde: Beheizte Räume erhalten Wärmeschutzverglasung und gedämmte Wände. Grosse, unbeheizte oder kaum beheizte Flächen profitieren von Profilbauglas, mit viel Licht, wenig Unterhalt und einer robusten Hülle gegen Wetter und Bälle.
Treppenhäuser sind das klassische Beispiel: Sie werden ständig durchquert, selten beheizt und sind umso angenehmer, je heller sie sind. Dort, wie auch an Hallen, Unterführungen und Verbindungsflächen, zeigt Profilbauglas, was es energetisch und architektonisch kann.
Nachhaltigkeit über den ganzen Lebenszyklus
Energie steckt auch in den Materialien, in Herstellung, Transport, Einbau und Entsorgung. Auch hier schneidet Profilbauglas gut ab: Es ist langlebig, braucht wenig Unterhalt und lässt sich rezyklieren. Einzelne Profile lassen sich bei Beschädigung ersetzen, ohne die ganze Fassade auszutauschen.
Wer ein bestehendes Gebäude mit einer Profilglasfassade aufwertet, investiert deshalb in eine Hülle, die Jahrzehnte hält und kaum Aufwand braucht, um schön zu bleiben.